Die Geschichte von Schweckhauen
Willkommen in Schweckhausen!
Hier finden Sie alles Wissenswerte rund um unser Dorf – von aktuellen Ereignissen bis zu spannenden Einblicken in unsere Geschichte. Für Bürger, Gäste und Ehemalige bieten wir einen schnellen und umfassenden Überblick.
Entdecken Sie Schweckhausen neu – wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Schweckhausen: Ein Dorf mit jahrhundertealter Geschichte
Schweckhausen, ein Ortsteil von Willebadessen im ostwestfälischen Kreis Höxter, erzählt die
Geschichte von Siedlungsanfängen im frühen Mittelalter, einer wechselvollen Herrschaft und kulturellem Reichtum. Besonders das Wasserschloss, die Kirche „Maria Mittlerin aller Gnaden“ und historische Bauwerke wie das „Lange Haus“ spiegeln die Geschichte des Dorfes wider.
Das Wasserschloss: Zentrum der Dorfgeschichte
Das Wasserschloss Schweckhausen ist untrennbar mit der Geschichte des Dorfes verbunden und eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Region. Seine Ursprünge reichen ins 14. Jahrhundert zurück, als das Gebiet unter der Herrschaft der Ritter von Spiegel stand. Schweckhausen wurde 1577 durch einen Erbteilungsvertrag an Raban von Spiegel übertragen, der zwischen 1580 und 1586 das heutige Schloss errichten ließ.
Die Anfänge und die Herren von Spiegel
Die Geschichte des Schlosses und des Ortes Schweckhausen lässt sich bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen. Zu Beginn des zweiten Jahrtausends, unter Kaiser Heinrich II., gelangte das Gebiet durch eine Schenkung des Grafen Dodiko von Warburg in den Besitz des Hochstifts Paderborn und des dortigen Fürstbischofs. Um das Jahr 1300 übernahmen die Ritter von Spiegel (ursprünglich vom Desenberg, später in Peckelsheim ansässig) die Grund- und Gerichtsherrschaft über Schweckhausen.
Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Schlosses wird in einem Teilungsvertrag aus dem Jahr 1338 erwähnt: Einer der Söhne der Familie von Spiegel errichtete zu dieser Zeit eine Burg in Schweckhausen. Diese Anlage wurde jedoch schon bald wieder zerstört.
Das heutige Schloss: Errichtung und Umbauten
Das heutige Wasserschloss wurde zwischen 1580 und 1586 unter Raban von Spiegel erbaut, nachdem ein Erbteilungsvertrag im Jahr 1577 Schweckhausen in seinen Besitz gebracht hatte. Es handelt sich um ein hufeisenförmiges Hauptgebäude mit zwei Geschossen, Satteldach und einem markanten achteckigen Treppenturm, der die Jahreszahl „1581“ trägt.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Schloss mehrfach erweitert und umgestaltet. Ein zentraler Risalit mit Mansarddach und ein barockes Gartenportal stammen aus dieser Zeit. Der Kapellenflügel mit seinen Volutengiebeln aus dem 17. Jahrhundert und die Pavillons aus Fachwerk von 1785 zeugen von der architektonischen Vielfalt des Ensembles.
Besitzerwechsel und wirtschaftliche Entwicklung
Nach der Eroberung Preußens durch Napoleon verkaufte die Familie von Spiegel das politisch unter Druck geratene Gut Schweckhausen an den Niesener Grafen von Bocholtz. Dieser veräußerte es jedoch 1826 an den Freiherrn von Bülow aus Braunschweig.
1845 wechselte das Schloss erneut den Besitzer: Zunächst übernahm ein gewisser Bierbaum das Anwesen, noch im selben Jahr kaufte der Herzog von Croÿ das gesamte Ensemble. Prinz Alexander von Croÿ, ein Bruder des Herzogs aus Dülmen, lebte bis 1867 im Schloss, während ab 1860 die Ländereien von verschiedenen Pächtern bewirtschaftet wurden.
Nach 1867 wurde das Schloss weiterhin bewohnt, unter anderem von den Pächtern, bis es 1991 ungenutzt blieb. Zwischen 2004 und 2014 wurde das Schloss als Reiterhof genutzt. Seit 2015 ist es im Besitz der „Dolphin Foundation for Science and Culture“, die unter Leitung von Stefan M. Rokoss eine denkmalgerechte Restaurierung vorantreibt.
Die soziale Struktur von Schweckhausen
Seit dem 18. Jahrhundert umfassten die Besitzungen des Guts zahlreiche verpachtete Höfe, deren Pächter, die sogenannten „Meier“, grundherrliche Dienste, die sogenannten „Herrendienste“, leisten mussten. Daneben gab es die „Kötter“, die für ihre Arbeit auf dem Gut Wohnraum und Garten erhielten.
Die grundherrlichen Dienste wurden durch Verfassungsänderungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgeschafft. 1856 erfolgte die endgültige Ablösung dieser Verpflichtungen. 1928 wurden die bis dahin getrennten Gemeinde Schweckhausen und Gutsgemeinde Schweckhausen wieder vereinigt.
Einwohnerentwicklung und Bedeutung heute
Bis zur kommunalen Neuordnung am 1. Januar 1975 war Schweckhausen eine eigenständige Gemeinde im Amt Peckelsheim. Während 1928 noch 270 Einwohner gezählt wurden, waren es 2021 nur noch 168.
Das Wasserschloss prägt jedoch weiterhin das Ortsbild und die Identität des Dorfes. Die Nebengebäude wie die ehemalige Schmiede und Stellmacherei sowie der Garten und die Brücke, die aus dem frühen 19. Jahrhundert stammen, wurden und werden liebevoll im Sinne des Denkmalschutzes saniert.
Schweckhausen bleibt durch sein Schloss ein kulturelles und historisches Juwel in der Region.
Kirche Maria Mittlerin aller Gnaden: Ein Wahrzeichen der Gemeinschaft
Der Bau der Kirche Maria Mittlerin aller Gnaden in Schweckhausen ist ein bedeutendes Zeugnis der Gemeinschaft und des Engagements der Dorfgemeinschaft.
Über viele Jahre hinweg hegte die Bevölkerung den Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus. Nach dem Erwerb eines geeigneten Bauplatzes auf einem Hügel beschlossen die Schweckhausener am 28. Januar 1951, die Kapelle zu errichten. Die Finanzierung erfolgte durch Verzicht auf Weidepacht, zahlreiche Spenden und unzählige Stunden Eigenleistung der Dorfgemeinschaft.
Ein maßgeblicher Förderer dieses Projekts war Josef Werneke. Nach seiner Entlassung aus der russischen Kriegsgefangenschaft setzte er sich mit aller Kraft dafür ein, dass in Schweckhausen eine Kirche gebaut wurde. Es war ihm eine Herzensangelegenheit, seiner Heimatgemeinde einen Ort der Andacht und des Gebets zu ermöglichen. Durch seinen unermüdlichen Einsatz und die Unterstützung der Dorfgemeinschaft konnte der Bau der Kirche realisiert werden.
Weihe der Kirche und ihre Bedeutung für die Dorfgemeinschaft
Am 18. November 1951 wurde die Kirche Maria Mittlerin aller Gnaden feierlich eingeweiht und dient seitdem als Filialkirche der Kirchengemeinde Peckelsheim. Die Kirche wurde zu einem zentralen Punkt des religiösen Lebens in Schweckhausen. Sie war nicht nur ein Ort für Gottesdienste, sondern förderte auch den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft.
Das Patronatsfest, das traditionell am letzten Sonntag im Mai begangen wird, war ein Höhepunkt des kirchlichen Lebens. Es begann mit einer feierlichen Bittprozession, die bis zur Pandemie 2020 eine feste Tradition in Schweckhausen war. Während dieser Prozession versammelten sich die Dorfbewohner, um gemeinsam ihren Glauben zu leben und die Kirche zu ehren.
Die Küstertätigkeit: Maria und Hubert Deventer
Eine zentrale Rolle bei der Pflege der Kirche übernahmen die Küster. Maria Deventer, geborene Werneke und Tochter von Josef Werneke, sowie ihr Ehemann Hubert Deventer versahen über 40 Jahre lang den Küsterdienst. Hubert Deventer, ein gelernter Maurer, zeigte besonders großes Engagement bei der Renovierung des Altarraums und des Bodens im Jahr 1984. Dabei baute er den Altar um und verlegte die Bodenplatten. Durch das unermüdliche Engagement von Maria und Hubert Deventer blieb die Kirche über viele Jahre hinweg in hervorragendem Zustand und konnte stets als Ort der Andacht und Gemeinschaft dienen.
Heute wird die Küstertätigkeit von Irmgard Sake aus Schweckhausen sowie Maria und Karl Michels aus Willegassen engagiert fortgeführt. Sie tragen weiterhin mit viel Hingabe dazu bei, dass die Kirche in Schweckhausen gepflegt und für die Gemeinde ein zentraler Ort bleibt.
Der Gesangsverein Willegassen-Schweckhausen
Auch der Gesangsverein war über viele Jahre hinweg ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Kirche. Die Chorgemeinschaft Willegassen-Schweckhausen wurde 1953 gegründet und hatte ihren festen Sitz in der Kirche. Der Chor, der sowohl klassische Kirchenmusik als auch weltliche Lieder aufführte, bereicherte viele Festlichkeiten und trug zur Pflege der Traditionen bei.
Die Kirche Maria Mittlerin aller Gnaden bleibt bis heute ein wichtiges religiöses und kulturelles Wahrzeichen des Dorfes und ist ein Symbol für das Gemeinschaftsgefühl und das Engagement der Schweckhausener Bevölkerung.
Die “Alte” Schule: Ein historischer Überblick
Im späten 18. Jahrhundert wurde die „Volks“schulpflicht eingeführt, und auf Anordnung der königlichen Regierung wurden Willegassen und Schweckhausen zu einer gemeinsamen Schulgemeinde vereint. In den 1820er Jahren erwarben die beiden Gemeinden das Haus eines Auswanderers und richteten darin eine erste Schule ein, die jedoch in einem baufälligen Zustand war.
1870 stellte der Herzog von Croy ein leerstehendes Gutspächterhaus als neues Schulgebäude zur Verfügung. Doch bereits 1892, als in Willegassen ein neues Schulhaus gebaut wurde, wurde die Schulgemeinde wieder aufgeteilt. Die „alte Schule“ in Schweckhausen diente daraufhin bis 1925 als Volksschule, bevor sie in Wohnungen für Gutsarbeiter umgewandelt wurde.
1926 bezog die Dorfgemeinschaft schließlich das neu errichtete Schulgebäude mit Lehrerwohnung. Mit der Schulreform 1968, die zur Einführung der Mittelpunktschulen führte, endete die Ära der Volksschulen in Schweckhausen und Willegassen. Heute wird das ehemalige Schulgebäude in Schweckhausen als Dorfgemeinschaftshaus genutzt, ein zentraler Treffpunkt für das Dorfleben.
Das „Lange Haus“ und seine Geschichte
Das „Lange Haus“ in Schweckhausen war über 200 Jahre lang ein markantes Gebäude im „Unterdorf“ und ein symbolisches Zeugnis des einfachen Lebens der Landarbeiterfamilien vergangener Zeiten. Erbaut um 1780, diente das Gebäude als Arbeiterbungalow und spiegelte die bescheidenen Verhältnisse wider, in denen die damaligen Bewohner lebten.
Rechtliche Hürden und der endgültige Verlust
In den 1970er Jahren zogen die letzten Familien aus, und das Gebäude begann zunehmend zu verfallen. In den 1980er Jahren wurde das Westfälische Freilichtmuseum auf das historische Gebäude aufmerksam und plante, es in Detmold wiederaufzubauen, um es für künftige Generationen zu bewahren. Doch über ein Jahrzehnt hinweg gab es rechtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Eigentümer, der Stadt Willebadessen und dem Landesamt für Denkmalschutz. Leider führte diese langwierige Streitigkeit dazu, dass das Gebäude weiter verfiel. Am 13. Januar 2015 wurde das „Lange Haus“ schließlich abgerissen.
Das Ende eines Kulturguts
Das Gebäude und seine Geschichte standen für einen wichtigen Teil der lokalen Kultur und Geschichte, der heute leider verloren ist.

Um 800 n. Chr.:
Anfang des 11. Jahrhunderts:
Unter Kaiser Heinrich II. geht das Gebiet durch die Schenkung des Grafen Dodiko von Warburg in den Besitz des Hochstifts Paderborn über.
Um 1300:
Die Ritter von Spiegel (Desenberg, später Peckelsheim) werden Grund- und Gerichtsherren in Schweckhausen.
1338:
Erwähnung der Errichtung einer Burg durch einen Sohn derer von Spiegel in Schweckhausen, die jedoch bald wieder zerstört wird.
1577:
Durch einen Erbteilungsvertrag gelangt Schweckhausen in den Besitz von Raban von Spiegel.
1580-1586:
Bau des heutigen Wasserschlosses mit Parkanlagen.
1806:
Eroberung Preußens durch Napoleon. Der Niesener Graf von Bocholtz kauft den Besitz Schweckhausen von der Familie von Spiegel.
1826:
Verkauf des Guts durch den Grafen von Bocholtz an den Freiherrn von Bülow aus Braunschweig.
1845:
Gutsbesitzer Bierbaum erwirbt den Besitz, verkauft ihn aber im selben Jahr an den Herzog von Croy.
Bis 1867:
Prinz Alexander von Croy, Bruder des Herzogs aus Dülmen, lebt im Schloss.
1860-1991:
Bewirtschaftung der Ländereien durch verschiedene Pächter, die das Schloss bis 1991 bewohnen.
1856:
Ablösung der grundherrlichen Dienste der Meier aufgrund von Verfassungsänderungen im 19. Jahrhundert.
1928:
Vereinigung der Gutsgemeinde und der Gemeinde Schweckhausen. Einwohnerzahl: 270.
1951:
Bau der Kapelle „Maria Mittlerin aller Gnaden“.
Januar 1951: Versammlung zur Beschlussfassung des Baus.
November 1951: Einweihung der Kapelle „Maria Mittlerin aller Gnaden“